29.06.2026   |   Mitgliedschaft & Aktuelles

Unsere neueste Erwerbung: Need III (2023–2024) Berlinde De Bruyckere

Neuer Ankauf für die Sammlung: Der Verein hat eine Installation der belgischen Bildhauerin Berlinde de Bruyckere erworben

Im Frühjahr 2026 ist es uns wieder gelungen, ein hochkarätiges Kunstwerk zu erwerben und der Staatsgalerie als Dauerleihgabe zu übergeben: Die Installation »Need III« der belgischen Künstlerin Berlinde de Bruyckere (*1964).

Wir ermöglichen mit dem Ankauf von »Need III, 2023–2024« von Berlinde De Bruyckere eine bedeutende Erweiterung der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Staatsgalerie Stuttgart. Der Neuankauf unterstreicht das kontinuierliche Engagement der Freunde der Staatsgalerie, herausragende künstlerische Positionen für die Sammlung zu sichern und aktuelle Perspektiven in den Museumsdialog einzubringen.  Der Vorstand des Vereins hat den Ankaufsvorschlag von der Staatsgalerie-Direktorin Christiane Lange gerne aufgegriffen und diese herausragende Arbeit erworben. Möglich war dies durch die Beiträge und Spenden unserer Mitglieder. Dafür danken wir Ihnen sehr.

Ein zentrales Interesse von De Bruyckere liegt in der Körperlichkeit des Menschen. So beeinflusst ihre intensive Beschäftigung damit auch die Werkreihe »Need«. Hier werden aus in Wachs geformte Körperfragmente mit gefundenen, präzise arrangierten Materialien kombiniert und in zu Vitrinen umgebauten alten Glasfenstern gezeigt. Das Wachs erscheint durch seine Brüche, Verletzungen und Abformungen fast wie Fleisch, wodurch die Grenze zwischen Belebtem und Unbelebtem, zwischen Realität und Imagination aufgehoben wird. Die Vitrine mit ihren brüchigen Streben und dem alten Glas gehört zum Gesamtensemble und versetzt die Objekte zu körperhaften Erscheinungen, die jeden Betrachtenden in einen Zustand des Nachdenkens über Verletzlichkeit und Transzendenz versetzen.

Im Rahmen der Sammlungspräsentation »THIS IS TOMORROW« wird die Installation »Need III, 2023-2024« in Gegenüberstellung mit Werken von Doris Salcedo und Teresa Margolles gezeigt. Drei weibliche Positionen, die jeweils eine eigene, eindringliche visuelle Sprache für das Unsagbare gefunden haben. Die gemeinsamen Themen dieser drei Künstlerinnen sind: Gewalt, Verlust und Trauer. Daher wählte De Bruyckere spezifische Werke der Alten Meister aus, stellte sie in einen neuen Kontext und stellte eine Verbindung zu ihren eigenen Arbeiten her: die Kreuzigung Christi, moderne Tragödien wie die Waffengewalt in amerikanischen Städten, Kartellgewalt und Femizide.

Berlinde De Bruyckere (geb. 1964) lebt und arbeitet in Gent und gehört zu den international renommiertesten belgischen Künstlerinnen. Seit den frühen 1990er Jahren entwickelt sie ein eindringliches OEuvre, in dem die menschliche Existenz, die Verletzlichkeit des Körpers und die Spannung zwischen Leben und Tod im Zentrum stehen. Ihr Werk zeichnet sich durch eine tiefe Sensibilität für Bilder aus – sei es aus der Kunstgeschichte oder von aktuellen Ereignissen – und spiegelt sowohl kollektive als auch intime Erfahrungen wider: von Leid, Vergänglichkeit und Traumata zu Geborgenheit und Schönheit.

Berlinde De Bruyckere, Need III, 2023–2024, Staatsgalerie Stuttgart, Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie Stuttgart e.V. Copyright © Berlinde De Bruyckere